Dem Übel an die Wurzel gehen

Nachdem am Mittwoch Linksextremisten in Rostock ein Brandanschlag mit einem Molotowcocktail verübten, meldete der NPD Landesverband am Donnerstag mittag kurzfristig eine Mahnwache unter dem Motto: „Schimpf und Schande – Linke Gewalt und ihre Hintermänner verurteilen“ vor dem Schweriner Schloß an. Den Abgeordneten der Blockparteien sollte deutlich gemacht werden, daß sie als geistige Brandstifter im Hintergrund gesehen werden.

Am Nachmittag nahm der Landtag schließlich eine Stunde Auszeit, um das Ende der Plenarsitzung auszudehnen. Vermutlich erhofften sich die wackeren „wehrhaften Demokraten“ in Abstimmung mit der Schweriner Versammlungsbehörde, einen „Spießrutenlauf“ vorbei an jungen Deutschen entgehen zu können. Um 16:15 Uhr wurde dem Landesverband der Auflagenbescheid zugestellt. Die Schloßbrücke wurde als Versammlungsort verwehrt und die Dauer auf 22 Uhr Veranstaltungsende beschränkt. „Die Verlegung des Versammlungsortes von der Schlossbrücke in den Alten Garten wurde notwendig, um die ungehinderte Durchfahrt von Rettungsfahrzeugen, Feuerwehr und Polizei sowie Liefer- und Personenverkehr zu gewährleisten, da es sich bei dem vorgesehenen Demonstrationsort, um die einzige mit Fahrzeugen befahrbare Zufahrt zum Landtag handelt. Der Landtag hat die Schloßzufahrt als Rettungsfläche vorgesehen.“

Da dies einen Tag zuvor bei einer anderen Demonstration keine Rolle spielte, und da auch am Abend die Brücke, für die absolutes Halteverbot gilt, fast gänzlich zugeparkt war, untermauerte die Annahme, es handle sich um eine Schutzbehauptung. Die Mahnwache wurde auf den nicht beleuchteten, gegenüberliegenden Platz des Alten Gartens verlegt.



Gegen 21:45 Uhr verließen die ersten Abgeordneten den Landtag und stahlen sich auf der gegenüberliegenden Seite davon. Andere trauten sich Beobachtern zu folgen nicht aus dem Schloß, auch der Direktor der Landtagsverwaltung soll hinausgeschickt worden sein um sich ein Bild von der Lage zu machen.



Als die Abgeordneten der Blockparteien die Höhe der Mahnwache erreichten, brach ein Gewitter aus Rufen und Pfiffen über sie herein. „Brandstifter“; „Pfui“ und „Stasi raus“ riefen die 100 Protestierer ihnen entgegen.



Ein auf der gegenüberliegenden Seite stehender und filmender Nationalist wurde schließlich von Polizisten brutal angegangen, als er sich weigerte die Straßenseite zu wechseln. Sofort solidarisierten sich die Teilnehmer der Mahnwache mit ihm und gaben ihrer Forderung Nachdruck, indem sie ebenfalls auf die andere Seite liefen. Die Polizei knüppelte sofort und ohne Vorwarnung - beinahe blind - auf die Menschen ein, während im Hintergrund einige Landtagsabgeordnete in der Dunkelheit verschwanden. Diese polizeiliche „Initiative“ machte einmal mehr die Instrumentalisierung im Sinne der Obrigkeit deutlich, die deutsche Polizisten zu Systembüttel degradieren und erschreckende Parallelen zu totalitären Systemen gezogen werden müssen.

Ein offensichtlich an der Lippe blutig geschlagener Protestierer ruft den noch drohenden Polizisten schließlich entgegen: „Unsere Knochen könnt ihr brechen, unseren Glauben nicht!“
zurück | drucken Erstellt am Montag, 26. Oktober 2009

Aufstand der Anständigen

Musikalische Auseindersetzung mit dem sog. Kampf gegen Rechts
Getextet und vertont von Martin K. (Div. Voran)

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