Letztes Aufgebot gegen Rechts in Pasewalk

Schreiben kann man viel. In zahlreichen Zeitungs-und Internetartikeln war in letzter Zeit die Rede von einer machtvollen Bürgerbewegung in Pasewalk, die dort jeden Montag gut besuchte Protestveranstaltungen gegen die Bürgermeisterkandidatur von Kristian Belz für die NPD auf die Beine stellen würde – mit Musik.

Wie es um die Stärke dieser Truppe in Wirklichkeit bestellt ist, zeigte gestern das Magazin “Panorama 3” im NDR-Fernsehen. Mit viel gutem Willen ließ sich die Anzahl der Protestler auf dem Marktplatz der Stadt auf vielleicht 30 bis 40 schätzen. Durchschnittsalter weit jenseits der Rente, wenn man ein paar von Opa und Oma mitgeschleppte Kinder nicht berücksichtigte. Der Gesang klang dementsprechend zittrig. Weihnachtsfeier im Altersheim, nur daß nicht “Stille Nacht”, sondern “Sag mir, wo die Blumen sind” dargebracht wurde.

Die normale Pasewalker Bevölkerung hielt sich von dem Mini-Spektakel fern. Wie auch die in dem Beitrag gezeigten Bürgerinterviews bewiesen, sind die Anti-Rechts-Aktivisten nicht nur überaltert, sondern auch isoliert. Schon die hochgejubelte Menschenkette gegen das NPD-Pressefest im vorigen Jahr war eine mediale Mogelpackung mit weit weniger Beteiligten, als damals behauptet wurde.

Da das Fernsehen aber mitspielte, ließ sich das noch mit den üblichen Tricks kaschieren, mit denen man jede Kleinversammlung als Revolution erscheinen lassen kann. Von all dem ist so wenig übrig geblieben, daß nun nicht einmal mehr diese Kunstgriffe helfen. Antifaland ist abgebrannt, zumindest in Pasewalk. Die Sendung ist im Internet abrufbar.

Danke für diesen Anfall von Wahrheitsliebe, Panorama 3.

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