NPD-Kreistagsfraktion stellt Antrag für Anklam

Bereits am Mittwoch dieser Woche hat die NPD-Fraktion im Kreistag Vorpommern-Greifswald einen Änderungsantrag zur vorläufigen Hauptsatzung eingereicht. Danach soll Anklam Sitz des Landratsamtes werden, während Teile der Verwaltung in Greifswald und Pasewalk verbleiben könnten.

Wie sich die Lage im Augenblick darstellt, wird die NPD-Fraktion als einzige für Anklam aktiv eintreten. Aus anderen politischen Gruppierungen engagieren sich nur ein paar versprengte Gestalten in ähnlicher Weise für den ländlichen Raum. Zwei dieser „Helden“ – die CDU`ler Bernd Schubert und Marco Schulz – sollen nach Zeitungsberichten inzwischen erklärt haben, nicht mehr als Antragssteller für die Peenestadt auftreten zu wollen. Da wird wohl von ganz oben ein Machtwort gesprochen worden sein.

Gerechtigkeit für alle Bürger des Großkreises spielt für die Strippenzieher an der Spitze der Regierungsparteien leider keine Rolle. Sonst würden sie sich nämlich fragen, wie ein Abgeordneter vom anderen Ende des Kreises sein Mandat wahrnehmen soll, wenn die Sitzungen nicht in der Mitte, sondern weit im Westen oder Osten Vorpommern-Greifswalds stattfinden. Schon die Fahrt von Anklam nach Pasewalk, wo der Kreistag zuletzt tagte, hat es in sich. Aber vom Amt Landhagen nach Pasewalk, oder von Penkun nach Greifswald? Wer kein Auto hat, wird abends nicht mehr nach Hause kommen, wenn die Kreistagssitzung einmal bis 21.00 Uhr dauern sollte.

Anklam müsste aufgrund seiner zentralen Lage die erste Wahl für jeden sein, der das Wohl aller Bürger und Kreistagsmitglieder im Auge hätte. Noch besser wäre natürlich, man würde das Wahnsinnsprojekt namens „Großkreise“ schleunigst wieder abwickeln. Geschockt von den NPD-Wahlergebnissen in den Dörfern und Kleinstädten hatten die etablierten Politiker gelobt, von nun an aber besser für den ländlichen Raum sorgen zu wollen. Dann müssten sie auch für Anklam als Kreisverwaltungssitz stimmen, wie die NPD es tut. Ansonsten droht bei den nächsten Kommunalwahlen die verdiente Quittung.

Unsere Greifswalder Wähler wissen im Übrigen, was sie an ihrer Universitäts- und Hansestadt haben und wie ernst die Lage ihrer pommerschen Landsleute auf dem flachen Land ist, wo sich der Staat immer mehr zurückzieht und Verödung und Verfall in vollem Gange sind. Sie gönnen auch den Kleinstädten und Dörfern die Luft zum Atmen, ganz im Gegensatz zu den abgehobenen Schlossherren zu Schwerin. Denen sei gesagt: Koblentz ist überall!

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