Grenzkriminalität in den Kaiserbädern: Was verschweigt die Landesregierung?

Egal, ob gestohlene oder aufgebrochene Fahrzeuge, Einbrüche in Privathäuser und Geschäfte oder andere Diebstahlsdelikte, wie geklaute Fahrräder: die Kaiserbäder kommen in Sachen Kriminalität nicht zur Ruhe! Ob wie jüngst, der Überfall auf eine ältere Frau an der Promenade in Grenznähe oder die zahlreichen geknackten Münzautomaten von zwei polnischen Tätern, jeden Tag liest oder hört man von neuen Vorfällen.

Dem Volk erzählt die herrschende Politik gern etwas von subjektiver Wahrnehmung und verweist auf Statistiken, die mit Sicherheit geschönt sind,  wenn Bürger die miserable Sicherheitslage in Grenznähe kritisieren. Wer es darüber hinaus wagt, die Wurzel des Übels zu benennen – nämlich eine ausufernde Kriminalität in Folge der totalen Grenzöffnung -, der wird von den Gutmenschen gleich in die „braune Ecke“ gestellt und mit der Nazi-Keule möglichst mundtot gemacht.

Landesregierung stellt sich dumm

Daß die Zahlen und Fakten eine deutliche und vor allem andere Sprache sprechen, zeigte schon das Jahr 2013 (wir berichteten). Die Kaiserbäder waren mit 870 Diebstahldelikten von insgesamt 1.293 Fällen der Gesamtkriminalität qualitative Hochburg der Diebstahlkriminalität im Landkreis.

Vor diesem Hintergrund hat der Landtagsabgeordnete Michael Andrejewski – in Absprache mit den volkstreuen Gemeindevertretern aus Heringsdorf – eine Anfrage zur Kriminalitätsentwicklung in den Kaiserbädern an die Landesregierung gerichtet, um Zahlen für das Jahr 2014 zu erhalten. Andrejewski, der auch Rechtsanwalt ist, fragte unter anderem, wie viele Straftaten ermittelt wurden, wie viele Anzeigen erstattet wurden, wie viele „opferlose“ Straftaten es gab oder wie hoch die Aufklärungsrate war. In allen Fällen bat er um eine detaillierte Auflistung.

Licht im Dunkel der eigenen Statistiken mag die Landesregierung offensichtlich überhaupt nicht. Erst recht dann nicht, wenn es um das heikle Thema Grenzkriminalität geht. So wurden die Fragen fast zusammenhängend (nicht)-beantwortet. Die Landesregierung machte es sich einfach und verwies mit wenigen Worten darauf, daß die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) für das Jahr 2014 noch nicht fertiggestellt sei oder daß eine Einzelauflistung unverhältnismäßig und mit zu großem Aufwand verbunden sei.

Zwei interessante Zahlen wurden in der Antwort auf die Kleine Anfrage dann aber doch genannt. So wurden von der Polizei im Zeitraum vom 01.01.2014 bis zum 30.11.2014 insgesamt 2.926 Vorgänge angelegt. 1.756 Vorgänge davon im Zeitraum von Mai bis September 2014. Man darf angesichts dieser Zahlen gespannt sein, was die PKS 2014 für die Kaiserbäder offenbart. Daß der explosionsartige Anstieg der Kriminalität jedenfalls keine Einbildung der Bürger vor Ort ist, steht jetzt schon fest!

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