Kreiskrankenhaus Wolgast: Ein ernsthaftes Signal sieht anders aus!

Auf etwas mehr als einer halben Seite hat die Ostseezeitung am Sonnabend über die letzte Gemeindevertretersitzung berichtet. Seiner Linie treu bleibend, verliert das ehemalige SED-Bezirksorgan natürlich kein Wort über die Anträge und Wortmeldungen der NPD. Neben einem Prüfantrag zur Errichtung eines Tierfriedhofes haben die volkstreuen Gemeindevertreter nämlich auch einen wichtigen Änderungsantrag eingereicht.

Die Fraktionen von BI/Linke und INKA hatten beantragt, daß sich die Gemeindevertretung für den Erhalt des Kreiskrankenhauses Wolgast ausspricht. Da dieser Antrag jedoch butterweich formuliert war und das Problem des Krankenhauses auch nicht wirklich an der Wurzel packte, beantragte die NPD, die Beschlußempfehlung zu streichen und durch die nachfolgende zu ersetzen:

1. Die Gemeinde Ostseebad Heringsdorf appelliert an die verantwortlichen Gesellschafter der Kreiskrankenhaus Wolgast gGmbH, das Krankenhaus als Grund- und Regelversorgungsstandort mit seiner bisherigen Struktur in Wolgast zu erhalten. Gegen die Schließung oder Ausgliederung von einzelnen Abteilungen und bestimmten Bereichen, wie beispielswiese dem Servicebereich, spricht sich Gemeindevertretung entschieden aus.

2. Weiterhin spricht sich die Gemeindevertretung dafür aus, das Krankenhaus Wolgast wieder in die kommunale Trägerschaft des Landkreises zu überführen.

Der zweite Punkt ist nämlich das wesentliche Problem. Das Kreiskrankenhaus Wolgast, welches sich in der Trägerschaft des alten Landkreise Ostvorpommern befand, wurde 2005 an die Uniklinik Greifswald regelrecht verscherbelt – und das, obwohl es schwarze Zahlen schrieb.

Auch wenn es sich bei der Kreiskrankenhaus Wolgast gGmbH um eine gemeinnützige GmbH handelt, arbeitet diese doch profitorientiert und schaut natürlich wo sie Einsparungen tätigen kann. Und diese werden nun einmal, wie in allen gewinnorientierten Unternehmen, zuerst beim Personal und dem Service vorgenommen. Vor dieser Entwicklung am Krankenhausstandort Wolgast hatte die NPD schon hellseherisch im Vorfeld des damaligen Verkaufs gewarnt. Doch die Warnungen wurden, wie heute auch, in den Wind geschlagen, und so stimmen alle Parteien – bis auf die NPD – im damaligen Kreistag für einen Verkauf des Kreiskrankenhauses. Der von CDU/SPD/FDP/Linke hausgemachte Fehler liegt also in der Vergangenheit und kommt uns heute teuer zu stehen.

Sich Fehler einzugestehen, ist aber nicht gerade die Stärke der Heringsdorfer Gemeindevertretung, und so wurde der Antrag abgelehnt. Was übrigbleibt, ist eine Erklärung, die von der Zeitung natürlich als „Signal aus Heringsdorf“ verkauft wird. Dem Krankenhaus, den Einheimischen und Urlaubern der Insel Usedom wird sie allerdings nicht viel nützen. Gegen kapitalistische Profitinteressen helfen nun einmal keine lauwarmen Erklärungen!

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