Kahlschlag bei Berufsschulen – nur Asylanten profitieren

Ab dem Schuljahr 2015/16 wechseln für zahlreiche Ausbildungsberufe die Berufsschulstandorte. Für die Auszubildenden im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bedeutet dies in erster Linie deutlich weitere Wege und eine stärkere finanzielle Belastung. Im Gegenzug wird das Angebot für berufspflichtige Asylbewerber weiter ausgebaut und am Standort Neubrandenburg festgelegt. Einzig die NPD stimmte im Kreistag gegen die absurden Pläne der „2. Fortschreibung des Schulentwicklungsplans für die beruflichen Schulen“.

Berufsschulstandorte erhalten

Bislang konnten die Lehrlinge in den Ausbildungsberufen Hochbaufacharbeiter Maurerarbeiten (HBM), Maurer (MAU), Maler und Lackierer (MAL), Ausbaufacharbeiter Zimmerarbeiten (ABZ), Zimmerer (ZIM), Bauten- und Objektbeschichter (BUO), Ausbaufacharbeiter Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten (ABF) oder Fliesen-, Platten- und Mosaikleger (FPM) den schulischen Teil ihrer Ausbildung an den regionalen Berufsschulen in Waren, Neustrelitz, Demmin oder Malchin absolvieren. Künftig beginnt für alle das 1. Lehrjahr in Rostock. Auch die Fachinformatiker sowie die Informations- und Telekommunikationssystemelektroniker sollen nach Rostock umgelagert werden. Die Hauswirtschafter wechseln von der Beruflichen Schule Müritz an die Berufliche Schule Parchim.

Der Schulentwicklungsplan, der mit dem klaren Votum von SPD, CDU, Linken und Grünen abgesegnet wurde, lässt von der regionalen Bildungslandschaft nicht viel stehen. Nach dem Willen des Schweriner Bildungsministeriums sollen im ganzen Land die Berufsschulen eingestampft und zentralisiert werden. Die Jugendlichen werden dazu wie Schachfiguren hin und her verschoben.

Haushaltssanierung auf Kosten der Jugend

Wenn der Sparhammer weiter in der Seenplatte wütet, dürften also in den nächsten Jahren, außer in Neubrandenburg, im gesamten Landkreis die Lichter ausgehen. Denn was einmal gestrichen worden ist, kommt so schnell nie wieder. Jugendliche, die eine sichere und qualitative Ausbildung beginnen wollen, werden weiter genötigt, mangels Perspektive ihre Heimat zu verlassen und dorthin zu gehen, wo Berufsschule und Unternehmen keine langen Strecken trennen. Der Schulentwicklungsplan und die neue Organisationsverordnung des Landes sind nichts anderes als ein „Abwicklungsplan“, der die Bildungslandschaft weiter zusammenpfercht und zerstört. Die gleichzeitige Besserstellung der berufsschulpflichtigen Asylbewerber zeigt dagegen, für welche Personengruppen Politik gemacht wird. Unsere einheimischen Lehrlinge zahlen weiter Lehrgeld für diese verkorkste Politik.

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