Kreistag MSE: Landrat Kärger lehnt Obergrenzen für Asylanten ab

Steigende Asylzahlen und überforderte Kommunen, kein Grund für Landrat Heiko Kärger (CDU) die Notbremse zu ziehen. Ganz im Gegenteil, während der letzten Kreistagssitzung machte der Verwaltungschef keinen Hehl daraus, noch mehr Asylanten im Kreis unterbringen zu wollen.


mehr Asylanten = mehr Kosten

Rund 20 % der im Land ankommenden Asylsuchenden werden dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zugewiesen. Laut Königssteiner Schlüssel, welcher die Aufteilung regelt, erwartet die Kreisverwaltung für das laufende Jahr insgesamt 5.250 Asylanten. Auch für 2016 geht man im Neubrandenburger Landratsamt von anhaltenden Asylströmen aus. Laut Bericht der Verwaltung steigt die Prognose mit Stand 7. Dezember 2015, auf rund 7.000 für das nächste Jahr. Weiterhin unklar aber bleibt die Finanzierung. Zwar werden die Kosten für die Unterkunft durch das Land erstattet. Für Personal- und Sachkosten kommt aber ganz allein der Kreis auf. Auch mit Erhöhungen der Mietkosten im Kreisgebiet ist nach Angaben des Landratsamtes, durch die anhaltende Asylproblematik, zu rechnen.

Bevölkerungsaustausch à la CDU

Welches Ziel Kärger und Co. verfolgen, machte der CDU-Mann während der Sitzung abermals  deutlich. Seit der Kreisgebietsreform im Jahre 2011 bis heute haben über 10.000 Personen dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte den Rücken gekehrt. Denn in der Perspektivlosigkeit, dem Sozialabbau usw. sahen sie keine Zukunft für sich und ihre Kinder. Landrat Kärger dagegen sieht die Obergrenze für Asylanten noch lange nicht erreicht. Schließlich ist ihm zufolge der „Bestand“ der Menschen, welche den Landkreis verlassen hätten, noch nicht ausgeglichen. Die für 2015 insgesamt zu erwartenden 5.250 Asylanten sehe er daher nicht als Grund an, um eine Obergrenze festzulegen.

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