Früher West-Jeans, heute „rechte Klamotten“ – die falsche Kleidung kostet ein Pasewalker Unternehmen den Catering-Vertrag beim Kreistag!

Wer früher in der DDR mit West-Jeans in die Schule ging, erregte den Argwohn der roten Lehrer. Ein Termin mit der Stasi war durchaus drin. Das konnte das Abitur und erst recht den Studienplatz gefährden. An diese Tradition knüpft nun das Präsidium des Kreistages Vorpommern-Greifswald an.

Einem Pasewalker Unternehmen wurde das Catering bei den Kreistagsitzungen entzogen, weil zwei Mitarbeiter politisch unkorrekte Klamotten angehabt haben sollen.

Spezialisten für rechtsextreme Geheimsymbolik erblickten eine doppelte 8 – was „Heil Hitler“ heißen soll – einen Kreis, den sie als Schwarze Sonne interpretierten, sowie einen Adler, welchem eine alarmierende Ähnlichkeit mit dem Reichsadler unterstellt wurde..

Es nützte den Mitarbeitern nichts, darauf hinzuweisen, dass es sich bei den verdächtigen Symbolen einfach nur um das Wappen ihres Dart-Vereins handelte.

Vergeblich hatten auch rothaarige Frauen im 17.Jahrhundert darauf hingewiesen, dass man aus ihrer Haarfarbe nicht auf eine Zugehörigkeit zu einem Hexenzirkel schließen konnte.

Erstaunlich, wie zäh sich das durchgeknallte Fanatikertum in Deutschland hält. Es nimmt immer neue Gestalten an.

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