ZDF macht Werbung für Anklamer NPD – zwar unfreiwillig, aber wirkungsvoll

4 Millionen Menschen verfolgen im Durchschnitt die Beiträge des ZDF-Morgenmagazins. Dieses zahlenmäßig nicht zu verachtende Publikum wurde am Freitag vor Pfingsten ausführlich darüber informiert, dass auch zwei NPD-Abgeordnete zur politischen Landschaft der Stadt gehören.

Von 6 Uhr bis 9 Uhr berichtete der Sender immer wieder live vom Anklamer Marktplatz, wo nach und nach der Anklamer Bürgermeister Galander, der SPD-„Vorpommern-Staatssekretär“ Dahlemann und sogar der leibhaftige Bundespräsident Steinmeier auftauchten.

Fast alle, darunter der Bundespräsident, wurden vom Moderator darauf angesprochen, dass die NPD in der Stadtvertretung vertreten ist, und mussten sich hierzu äußern, was sie mit wenig Begeisterung taten. So kann man auch mit Kommunalpolitik den Mächtigen richtigen Ärger bereiten.

Bemerkenswert dabei war, dass sich die Anklamer Bürger so gut wie gar nicht für das ZDF-Spektakel interessierten. Bis zu Steinmeiers Ankunft hatte sich nur ein kleines Häuflein eingefunden, bestehend hauptsächlich aus etablierten Lokalpolitikern und mehr oder weniger freiwillig hinzugekommenen Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Als der hohe Herr dann eintrudelte, standen vielleicht 60 Leute auf dem Marktplatz, aus denen der „Nordkurier“ 100 machte. Die Bilder sind noch im Netz. Wer will, kann sich selbst ein Bild machen.

So wenig es den in der Hansestadt herrschenden Parteien auch in den Kram passen mag, Anklam behält seinen Ruf als NPD-Hochburg. Dank des Wahlergebnisses in Höhe von 10,4%, aber auch dank des ZDF.

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