Mordfall Lübcke: Ein fragwürdiges Geständnis

Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ herausgefunden haben will, soll der Verdächtige die Tat gestanden haben. Das weckt Erinnerungen an die angeblich von Rechten begangenen Anschläge von Mölln und Solingen.

Sachbeweise gab es damals keine – aber Geständnisse.

Einer der Möllner Angeklagten gab an, daß man ihm vor dem Verhör eine schwarze Augenbinde angelegt habe – wie vor einer Erschießung. Es folgten zehnstündige Verhöre am Stück, in denen so viel Druck ausgeübt wurde, daß die Inhaftierten zusammenbrachen und gestanden.

Den Verhörbeamten vorläufig entkommen, widerriefen sie ihre Einlassungen zwar wieder, aber das nützte ihnen nichts mehr.

Folgende Methoden werden gerne angewandt zur Erlangung von Geständnissen:

  • Schlafentzug. 24 Stunden lang brennt das Licht in der Zelle, angeblich wegen Selbstmordgefahr. Es findet sich immer ein Psychiater, der die bescheinigt.

  • Einzelhaft zur Zermürbung. Angeblich, um den Betroffenen vor Mitgefangenen zu schützen.

  • aber auch die Drohung, mit Ausländern in eine Zelle gesperrt zu werden, denen vorher gesagt wird, gleich käme ein Ausländerfeind – so schilderte es einer der Solinger Gefangenen.

  • Psycho-Tricks. Guter Polizist, Böser Polizist.

  • Stundenlange Dauerverhöre ohne Pause. Die Verhörspezialisten lösen einander natürlich ab. Die Zelle ist gerne mal überheizt oder unterkühlt.

Wir wissen nicht, was sie mit Stefan E. gemacht haben. Zu befürchten ist, dass sie versuchen werden, Namen angeblich Beteiligter aus ihm herauszupressen. Das kann gefährlich werden für jeden, den er jemals kannte.

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