Jeder Grundschüler ein Schwimmer!

Zwischen 40 und 60 Prozent der Kinder können nach Beendigung der Grundschule nicht richtig schwimmen. Darauf verweisen Jahr für Jahr die DRK-Wasserwacht und die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG). Die Zeitungen bräuchten eigentlich nur einen Mustertext, den sie jährlich mit geringfügigen Änderungen versehen – im Kern bleibt die Baustelle erhalten.

In der DDR gab es zunächst ganz ähnliche Probleme: Zwar zählte Schwimmen in Mitteldeutschland seit 1950 zum verbindlichen Sportunterricht. Doch verfügten nur die größeren Städte über Hallenbäder.
In der 2004 erschienenen Publikation „Das Sportbuch DDR“ schreibt Autor Volker Kluge:

„Für die Mehrzahl der Kinder reduzierte sich der Unterricht auf die Sommermonate. Die Folge: Eine Untersuchung im Bezirk Leipzig ergab 1958, dass von den 147.000 Schülern der 1. bis 4. Klasse die Hälfte Nichtschwimmer war.“

1968 in Anklam erste Volksschwimmhalle übergeben

In einem ersten Schritt entstanden Kluge zufolge – oft in Schulkellern – sechs mal acht Meter große Lehr-Schwimmbecken. Ab 1968 wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht, als in Anklam die erste Volksschwimmhalle übergeben werden konnte.

Dazu Kluge:

„Es handelte sich um einen rundum verglasten Typenbau mit einem 25-Meter-Becken mit der durchgehenden Wassertiefe von 1,80 Meter. Nichtschwimmer besaßen ein eigenes Bassin.“

Waren 1960 in der DDR lediglich 52 Hallenbäder vorhanden, überschritt deren Zahl 1986 die 200er-Marke. Der Erfolg blieb nicht aus: 97 Prozent der Schulabgänger der 10. Klassen beherrschten das Schwimmen. Der Unterricht – er begann in der 3. Klasse – beinhaltete Startsprung, Tauchübung und Wende sowie an Stilarten das Brustschwimmen und die Rückenlage.

Mit Blick auf die BRD ist ein nationales Schwimmhallen-Programm notwendig. Die Länder allein wären damit heillos überfordert. Die Hallen- und Bäderschließungen der vergangenen Jahrzehnte haben sich jedenfalls bitter gerächt.

Stattdessen werden -zig Milliarden für Asylanten und Kriegseinsätze verpulvert – volksfeindlicher geht’s nimmer.

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-1989-0214-019 / Sindermann, Jürgen / CC-BY-SA 3.0

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