Eine wahre Verschwörungstheorie – die Machenschaften gegen Julian Assange, den Gründer der Internetplattform „Wikileaks“.

Dass es keine Verschwörungen gibt, ist auch nur eine Theorie. Die durch Tatsachen widerlegt werden kann.

Genau das hat der UNO-Sonderberichterstatter über Folter, Nils Melzer, getan. Der Mann kann weder als Spinner noch als Extremist abgestempelt werden. Auf der Internetseite „Republik“ findet sich unter dem Titel „ Vor unseren Augen kreiert sich ein mörderisches System“ ein Interview mit ihm, in dem er detailliert die verschwörerischen Machenschaften gegen Julian Assange schildert.

Ziele der Verschwörung: Ablenkung von US-Kriegsverbrechen – zur Zeit des heiligen Obama, wohlgemerkt. Diskreditierung dessen, der die Kriegsverbrechen aufdeckte. Seine öffentliche Vernichtung, um andere abzuschrecken.

Beteiligte: Die US-Geheimdienste und die US-Justiz. Die schwedische Justiz und Polizei. Schwedische und weitere westliche Medien. Die britischen Geheimdienste und die britische Justiz. Die Regierung von Ecuador. Der Internationale Wahrungsfond. Die Weltbank. Ein spanisches Sicherheitsunternehmen.

Der Ablauf:

Am 5.4.2010 veröffentlicht die von Julian Assange betriebene Internetplattform Wikileaks das Video „ Collateral Murder“. Gezeigt wird, wie Obamas Soldaten im Irak von Helikoptern aus zum Spaß Zivilisten abknallen, darunter auch Kinder.

Das gefällt dem „Yes we can“-Hoffnungsträger der globalen Linken gar nicht. Seine Regierung fordert sofort alle westlichen Alliierten auf, Assange mit Strafverfahren zu überziehen. Natürlich im Geheimen. So machen das Verschwörer.

Eine Gelegenheit bietet sich in Schweden, wo Assange Vorträge hält.
Er hatte ohne Kondom mit einer Frau geschlafen.

Diese Frau sucht mit einer Freundin ein Polizeirevier auf, um zu fragen, ob sie Assange zu einem Aids-Test zwingen könnte. Das ist alles. Von Vergewaltigung war nie die Rede.

Daraufhin fälscht der Vorgesetzte der vernehmenden Beamten die Aussage der Frau und erfindet den Vergewaltigungsvorwurf.

Aufgrund dieser manipulierten Einlassung ermittelt die schwedische Staatsanwaltschaft wegen eines nie behaupteten und natürlich erst recht nie begangenen Sexualverbrechens.

Sofort und wie von Zauberhand erscheinen entsprechende Artikel in der schwedischen Presse.

Schlagzeile: Assange der doppelten Vergewaltigung verdächtigt!
( Inzwischen hatte die Polizei eine weitere Frau genötigt, gegen Assange auszusagen, er habe, als er mit ihr schlief, sein Kondom kaputt gemacht. Das stellt zwar keine Vergewaltigung dar, ist aber nach schwedischem Recht ein Sexualdelikt. In dem als Beweisstück eingereichten Kondom fand sich übrigens kein Loch.)
Von da an wird weltweit in vielen Medien der Name Assange immer mit „Vergewaltiger“ verknüpft.

1.Ziel erreicht. Kein Mensch spricht mehr von Obamas Kriegsverbrechern. Ihre Namen tauchen in den Presseberichten nicht auf, sie wurden nie bestraft.

Assange hingegen ist nicht mehr der Aufklärer, sondern der Sittenstrolch. Die Öffentlichkeit erfährt nichts von den verdeckten Aktivitäten,, mit denen dies erreicht worden war. Statt dessen wird vor Verschwörungstheorien gewarnt.

Dieser schöne Erfolg ist allerdings gefährdet. Assange bietet nämlich an, zu den Vorwürfen auszusagen. Er könnte die Vorwürfe leicht entkräften .

Deshalb darf er gar nicht erst zu Wort kommen. Die schwedische Staatsanwaltschaft stellt sich also einfach tot und findet tausend Ausreden, warum leider gerade kein Termin frei ist, um seine Stellungnahme aufzunehmen.

Währenddessen erreicht ihn ein Angebot, in Berlin und dann in London Vorträge zu halten.
Bei der schwedischen Justiz fragt er an, ob ihm die Reisen gestattet würden. Er bekommt die Erlaubnis und setzt sich ins Flugzeug.

Kaum ist er in der Luft, erlässt Schweden einen internationalen Haftbefehl. Jetzt ist er nicht nur ein Vergewaltiger, sondern auch noch ein flüchtiger Verbrecher. Zumindest können ihn die an der kriminellen Verschwörung beteiligten Medien so darstellen.

Ganz nebenbei: Aus dem Laderaum des Fliegers verschwindet sein Laptop. Man fand ihn nie wieder.

In London angekommen, bietet Assange an, zurück nach Schweden zu reisen, wenn man ihm zusichere, ihn nicht an die USA auszuliefern und ihn vor einer Entführung durch die CIA zu schützen. Das war in dem skandinavischen Land öfter vorgekommen. Mit freundlicher Duldung der Regierung.

Dieses Ansinnen wird natürlich zurück gewiesen.

Also bleibt ihm nichts Anderes übrig, als sich in London der Polizei zu stellen. Die lässt ihn zunächst gegen Kaution laufen.

Da die Gefahr einer Auslieferung an Obamas Geheimpolizisten nach wie vor besteht, flieht er 2012 schließlich in die Botschaft von Ecuador.

Ärgerlich für Obama. Zu dieser Zeit erfreut sich Ecuador einer Regierung, die nicht US-hörig ist. Kaum vorstellbar für einen Bundesdeutschen.

Im Jahre 2017 ändert sich das. Der neue Präsident des südamerikanischen Landes macht sich sofort daran, sich bei den US-Amerikanern beliebt zu machen, deren Chef jetzt Trump heißt. Doch das ändert nichts.

Assange wird fortan systematisch schikaniert. Sein Internet-Zugang wird gekappt, sein Aufenthalt auf ein kleines Zimmer beschränkt.

Das spanische Sicherheitsunternehmen UL Global installiert Mikrophone und Kameras, um Assange einer Totalüberwachung zu unterziehen. Im Auftrag der CIA.

Zusätzlich läuft eine Hetzkampagne. Ständig werden die Medien mit neuen Verunglimpfungen gefüttert. Assange kümmere sich nicht um das Katzenklo seines Haustieres. Seine Körperhygiene sei mangelhaft. Ja, er schmiere sogar Kot an die Wände. Nichts ist zu schäbig.

Aber Assange lässt sich nicht vertreiben. Eine Auslieferung ist rechtlich unmöglich, weil er mittlerweile Staatsbürger Ecuadors geworden war. Ärgerlicherweise verbietet die Verfassung Ecuadors die Auslieferung von Staatsbürgern.

Wie überwindet man eine Verfassung? Mit Geld.

Plötzlich stellen die Weltbank und der Internationale Währungsfond, beide von den USA dominiert, fette Kredite in Aussicht.

Und schon geht das mit der Auslieferung. Zum Teufel mit der Verfassung! Britische Polizisten schleifen ihn aus der Botschaft.

Vorsorglich hatte man ihm das Rasierzeug weg genommen, so dass er ungepflegt und verwildert aussieht. Die Hetzpresse braucht die passenden Bilder.

Wegen der Verletzung von Kautionsauflagen kommt er ins Gefängnis. Nicht für ein paar Wochen, wie es für eine solche Lappalie angemessen ist und auch in der Regel praktiziert wird. Sondern von April 2019 bis heute.

Und auch nicht in gewöhnliche Haft, sondern in ein Hochsicherheitsgefängnis. Isolationshaft.

Zuletzt lehnt eine britische Richterin seine Auslieferung an die USA ab, mit der Begründung, er sei selbstmordgefährdet. Also ein armer Irrer. Genauso wollen die Verschwörer ihn haben. So soll die Welt in sehen.

Und das alles soll keine Verschwörung sein? Wie dämlich oder korrupt muss man sein, um angesichts dieser Machenschaften vor Verschwörungstheorien zu warnen?

Leider gibt es nicht immer einen Nils Melzer, der solche Zusammenhänge aufdeckt.

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