Verrückte Corona-Ferien an der Ostsee – ein einziger Hindernislauf für Gastgeber und Gäste.

Geister-Urlaub im Zeitalter der Geister-Spiele. Am 25.Mai sind Touristen aus anderen Bundesländern in Mecklenburg-Vorpommern wieder zugelassen.

Aber laut der geltenden Verordnung der Landesregierung:

– dürfen Gastgeber – Betreiber von Hotels, Pensionen, Ferienunterkünften – keine Gäste aufnehmen, die unangemeldet erscheinen. Man muß vorher mindestens eine Übernachtung verbindlich gebucht haben.

Spontan einfach mal an die Ostsee zu fahren, geht also nicht. Jedenfalls nicht, wenn man übernachten will.

– spätestens zwei Tage vor deren Anreise müssen die Gäste vom Gastgeber darauf überprüft werden, ob sie aus einem „Risikogebiet“ kommen. Das sind Landkreise oder kreisfreie Städte, in denen in den letzten 7 Tagen mehr als 50 Infektionen pro 100 000 Einwohner aufgetreten sind.

Um das herauszubekommen, muss der Hotelier sich jeden Tag auf der Seite des Robert-Koch-Instituts informieren.

Es kann also einem Touristen, sagen wir aus Wattenscheid, passieren, dass er auf Usedom ein Zimmer bucht, frohgemut losfährt und bei Ankunft abgewiesen wird, weil während seiner Hinfahrt in seinem Landkreis 50 rumänische Schlachthofarbeiter positiv getestet wurden.

– Hat es trotzdem geklappt mit dem Zimmer, beginnt der absurde, kontaktlose Urlaub.

Der sieht so aus: Die Unterkunft im Voraus bezahlen, möglichst bargeldlos, den Schlüssel muss man aus dem Briefkasten fischen, den Meldeschein auf dem Zimmer ausfüllen. Begrüßt und informiert wird man am Telefon.

Nach dieser Geisterbegrüßung ohne Kontakt mit irgendeiner Menschenseele soll man sich trotzdem die Hände waschen.

Natürlich muss das Personal, das man möglichst nicht zu Gesicht bekommen soll, Masken tragen. Der Mindestabstand zu anderen Urlaubern und dem Personal ist einzuhalten.
Auch in den Restaurants, wo es keine Buffets gibt.

Wie soll sich das für die Gastgeber rechnen?

Vorgeschrieben ist eine maximale Auslastung von 60% – für die, die mehr als 10 Betten anbieten-, extrem aufwändige Reinigungsmaßnahmen nach der Abreise der Gäste, die eher für Lepra-Patienten angemessen wären, und wie gesagt, keine Buffets.

Entweder ist Corona gefährlich – dann muss man auf Massentourismus verzichten.

Oder Corona ist nicht gefährlicher als die Grippe, dann muss man den Tourismus in einer Weise zulassen, dass er ökonomisch Sinn macht.

Dieser Geister-Tourismus ist nichts Halbes und nichts Ganzes.

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